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Villen in Blankenburg · Welfenstraße 21

Die Kinderkrippenvilla – Welfenstraße 21, Blankenburg

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Die Kinderkrippenvilla – Welfenstraße 21, Blankenburg

Henning Theodor Wilhelm von Bonin ließ sich in der Kaiserstraße 21 nach einem erfolgreichen Soldatenleben im preußischen Heer nieder. 1856 im ostpreußischen Wulflatzke als Sohn des Geheimen Oberregierungsrates Swantus Eckard Hugo von Bonin geboren, durchlief er alle Stationen eines deutschen Militärs und beendete sei nen Dienst als Generalleutnant. Seine letzte Dienststel lung war die des Stadtkommandanten von Berlin zum Zeitpunkt des Kriegsendes 1918. Er war verheiratet mit der 14 Jahre jüngeren Adelheid Viktoria Anna Lübbe cke. Die Generalswitwe zog bereits nach dem Tode ihres Ehemannes 1923 aus. Den Lebensabend verbrachte sie in einer Wohnung in der Hasselfelder Straße 13. Danach erwarben das Ehepaar Aline und Geheimer Finanzrat Wilhelm Glaeser die Immobilie. Wilhelm Glaeser, der eine bedeutende Stellung als Bankpräsident der Preußi schen Zentralgenossenschaftskasse in Berlin innehatte, führte die Liebe in die Blütenstadt am Harz.

Vor und nach Aline Glaesers Tod gelang es zu keiner Zeit, für die nötige Sanierung der im Krieg entstandenen Schäden am Haus zu sorgen, der Verfall schritt voran. 1952 gelangte das Haus in den Zugriff der Kommunalen Wohnungsverwaltung der DDR, kurz KWV. Auch hier war nach dem Krieg Wohnraum frei, so daß Herr Rühle mann, Dreher von Beruf, mit seiner Familie hier einzie hen konnte. Auch das Ehepaar Mattner konnte sich für 24 Mark Monatsmiete einer Etagenwohnung erfreuen. Doch waren da die Baumängel schon beträchtlich; ins besondere eindringendes Regenwasser beschleunigte den Verfall. Nur infolge der übergroßen Wohnungsnot wurden überhaupt noch Mieter von der KWV eingewie sen. Durch Unterlassung jeglicher Reparaturen wurde die Villa bis 1964 unbewohnbar.

Erst 1966 wurde das Haus für sozialistische Verhält nisse, also mit geringsten Mitteln, wieder bewohnbar hergerichtet. Dabei fielen bedeutende Stilelemente dem Umbau zum Opfer. Alle Bauarbeiten wurden unter pragmatischen Gesichtspunkten und mit dem geringsten Aufwand geplant und ausgeführt.

Aus dem Buch „Villenstadt Blankenburg“
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Als um 1979/1980 im Stadtteil eine Kinderkrippe fehl te, baute man nochmals, diesmal »kindergerecht« um, soweit das bei einer Villa überhaupt möglich ist. Für das kundige Auge für diese Zwecke erkennbar ist ein schmuckloses, allerdings überdimensioniertes Tor und eine häßliche, nun aber wieder abgebaute Nottreppe aus Stahl zum ersten Obergeschoß. Das wurde im Zusam menhang mit dem Kindergarten notwendig, um den monatlich erwarteten LKW mit Braunkohlenbriketts überhaupt auf das Grundstück fahren lassen zu können. Im Keller waren Heizkessel installiert, die entfernt an die Kessel der Titanic erinnerten. Aufwändig gearbeitete Türen wurden überstrichen, Stuckarbeiten überkleis tert, Fenster vergittert. Bei Ausschachtungsarbeiten in diesem Zusammenhang fanden die Bauarbeiter einen Stahlhelm, Modell 1918 und ein Funkgerät aus dem ersten Weltkrieg; Dinge, die sicherlich noch auf General v. Bonin zurückgehen. Vorsichtig wurden vor Baubeginn alle Buntglasfenster des Erdgeschosses ausgebaut. Auf rätselhafte Weise sind sie dann doch verschwunden, der Blankenburger Kripo gelang es trotz aller Bemühungen nicht, die Täter zu ermitteln. Doch künden ein Buntglas fenster im Treppenhaus und verschiedene Stilelemente im Innenbereich noch von der »guten, alten Zeit«. Nach der Wende wurde das Haus nach einem langen und für die Stadt nicht sehr rühmlichen Rückübertragungs verfahren 1997 an den rechtmäßigen Erben Dr. Klaus Peter Glaeser restituiert. Das Haus wurde von 1998 bis 2006 umfangreich und liebevoll und im Einverneh men mit dem Denkmalschutz restauriert und von einer Kindereinrichtung zu einem Wohnhaus rückgebaut. Es wird seit 2007 wieder zu Wohnzwecken genutzt. Die ur sprüngliche äußere Erscheinung hat es jedoch nur zum Teil wiedererlangt.

Aus dem Buch: Villenstadt Blankenburg, S. 157–162: „Welfenstraße 21“

Buch: Villenstadt Blankenburg

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Villenstadt Blankenburg

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