Villen in Blankenburg · Herzogstraße 11
Marmor-Entree im Revier – Herzogstraße 11, Blankenburg
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Der Geheime Kriminalrat Niethake kam infolge einer Schenkung von Bauland durch Herzog Karl um 1802 zu der Möglichkeit, ein klassizistisch anmutendes Gebäude erbauen zu können. Auf dem Gelände des vormaligen Herzoglichen Küchengartens wurden mehrere Grund stücke geteilt; der Landesvater wollte wichtige Beamte an Blankenburg binden. Schon 1806 erscheint ein Droste Rieche, später als Amtshauptmann oder Landrat be zeichnet. Er öffnete in diesem Jahr dem prominenten und siegreichen französischen Heerführer Murat für eine Übernachtung sein Haus. Murat hatte entscheidenden Anteil am im Jahr zuvor errungen Sieg der Franzosen in der Schlacht bei Austerlitz und im März 1806 bei Jena und Auerstedt.
Später wurde das Haus mehrfach weiterveräußert. Unter Amtsrat Hindersin erfolgten bemerkenswerte Um bauten. So ließ er das Entree mit einheimischen Mar morplatten, geliefert von der Marmormühle Neuwerk, ausgestalten. Es dürfte sich bei dieser Wand- und Fuß bodenverkleidung um den Einsatz der größten geschlif fenen Platten aus dieser Lagerstätte in der Harzregion handeln.
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erscheint die Druckerei des »Harzer Echos« als Eigentümer; ein Redakteur bzw. Schriftleiter dieser Zeitung war der spä tere Landrat Richardt Salge (1893-1955). Vor 1933 hatte er gleichzeitig den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Blan kenburg inne. Salge besetzte nach einmonatiger Vakanz ab 8. August 1945 die Funktion des Landrates im Kreis Blankenburg.
Als der SPD-Verlag 1933 enteignet wurde, druckte die NSDAP ab diesem Jahr dort die »Harzer Tageszeitung«. Diese Eigentümerschaft führte nach 1945 infolge der Enteignung der Vermögenswerte der NSDAP zur Eigen tümerschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Heimatmu seum, Kinderheim, schließlich Altersheim waren die weiteren Verwendungszwecke bis 1989. Die landeseigene Immobilie wurde schließlich als neues Polizeidienstge bäude für Blankenburg bestimmt, denn das alte Gebäude am Tummelplatz wurde zu klein. Nach Schließung des Revierkommissariats Blankenburg im Dezember 2014 beherbergt es nun eine Dienststelle der Autobahnpolizei Sachsen-Anhalt.
Es ist sicher die einzige Polizeidienststelle mit einem Marmor-Entree im Land.
Aus dem Buch: Villenstadt Blankenburg, S. 71–74: „Herzogstraße 11“

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