Kräuterwissen · Sankt Andreasberg
Wo Heilung mit Natur beginnt – Luftkurort Sankt Andreasberg
Auf der Karte zeigen
Sankt Andreasberg, ein Ortsteil von Braunlage, ist mit 600 bis 900 Metern die höchstgelegene Bergstadt mit der steilsten Bergstraße im gesamten Harz. Der Ort befindet sich im Nationalpark Harz und bietet dem Touristen ein vielfältiges Angebot für eine aktive Erholung.
Er ist vor allem im Frühjahr und Sommer wegen seiner artenreichen Bergwiesen berühmt, die wegen der Wiesengesellschaften besonders wertvoll und schützenswert sind. Für die Ausprägung der Artengemeinschaft sind niedrige Temperaturen, die länger liegende Schneedecke, erhöhte Niederschlagsmengen und eine relativ kurze Vegetationszeit verantwortlich. Viele Pflanzen sind auch als nutzbare Kräuter bekannt.
Das Naturschutzgebiet »Bergwiesen St. Andreasberg« ist der größte Bergwiesenkomplex im Harzgebiet Niedersachsens mit einer vielfältigen Geländestruktur. In keinem anderen Mittelgebirge Deutschlands wird die Kulturlandschaft so strukturreich geprägt wie hier. Farbenfrohe Bergwiesen, Sümpfe, Hochstaudengebiete und Moore werden im mosaikartigen Nebeneinander vom Wald umgeben. Die Hanglagen werden wieder landwirtschaftlich genutzt, das wertvolle Erbe bleibt dadurch erhalten. Wegen dieser üppigen Bergwiesen begeht Sankt Andreasberg jedes Jahr das Wiesenblütenfest als Oberharzer Tradition.
Um die höchstgelegenen Bergwiesen in ihrer reizvollen natürlichen Schönheit kennen zu lernen, ist ein Rundweg von der Jordanshöhe aus empfehlenswert. Auf dem sonnenbeschienenen Hochplateau mit dem Bergpanomara im Hintergrund haben die Wiesen eine offene Lage. Hier ist man zum Augenschmaus eingeladen!
- Start: Parkplatz nördlich des Stadtzentrums an der Jordanshöhe
- Strecke: etwa 5 km
- Dauer: ca. 2 Stunden
- Gastronomie: Bergcafé »Roter Bär«
Der Weg hat leichtes Gefälle, verläuft weitgehend aber auf gleichbleibender Höhe, ist teilweise als Heilklimaweg markiert und Teil des Höhenwanderweges um Sankt Andreasberg.
Diese Wanderung beginnt direkt neben dem Parkplatz und der Bushaltestelle auf dem höchsten Punkt der Jordanshöhe an der Straße Sankt Andreasberg-Sonnenberg. Bereits von hier an bietet sich in faszinierender Lage ein wunderschöner Rundblick auf den Hochharz, den Südharz und dessen Vorland. Von der Bergstadt selbst ist noch nicht viel zu sehen. Erst später öffnen sich viele Ein- und Ausblicke. Der Weg führt horizontal in östlicher Richtung auf die Wiesenflächen am Nordhang der Jordanshöhe. Hier wird die Wanderung zu beiden Seiten von den höchst gelegenen und artenreichsten Wiesenflächen des gesamten Harzes begleitet. Soweit das Auge schaut, kann es sich satt trinken an dem Blütenüberfluß. Abgelegen und in Waldstücken versteckt, lugen ab und an Holzhäuser neugierig hervor und grüßen herüber. Man kann nicht anders als innehalten und genießen und im stillen Betrachten ganz Eins werden mit der paradiesischen Landschaft; dazu laden am Wegrand Bänke ein.
Viele seltene und davon auch gefährdete Pflanzen sind fast nur noch hier zu finden wie die vom Aussterben bedrohte Feuerlilie, der Schlangenknöterich, das Nordische Labkraut, das Wiesen-Leinblatt und die schwarze Teufelskralle, die im Harz sehr selten ist. Auch Arnika hat hier noch einen Wuchsplatz.
Der Gesamteindruck der farbenprächtigen Bergwiesen zur Hauptblütezeit Mitte Juni ist einfach überwältigend, wenn der Beschauer diesen Schmuck mit Herz und Sinn betrachtet.
Nach ungefähr zwei Kilometer gelangt man zu einem ummauerten Wasserhochbehälter, an dem sich verschiedene Wege anbieten. Biegt man rechts in Richtung Andreasberg ab, öffnen sich neue, reichlich ausgeschmückte Wiesenflächen, die die üppige Bärwurz mit einem weißen Teppich überzieht, dazwischen Wiesenschaumkraut, Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Storchschnabel und Löwenzahn mit munterer bunter Farbintensität – eine Fülle, die das Auge nicht fassen kann! Nach wenigen Metern gelangt man an der linken Seite an einen kleinen Holzsteg als Einstieg in ein überwältigendes Orchideenreservoir, begleitet von Wollgras und riesigen Sumpfdotterblumen! Daran sollte kein Wanderer vorbeigehen. Nach einigen hundert Metern endet der Weg an der Braunlager Straße am südöstlichen Ortseingang von Andreasberg. Im Bergcafé »Roter Bär« kann eingekehrt werden.
Nach einer Verweilzeit geht es hinter dem Bergcafé über einen schmalen Wiesenweg wieder bergauf bis an den Waldrand, man kommt an urigen, vorwiegend aber an modernen Ferienhäusern vorbei, bis ein schmaler Weg nach rechts wieder auf einen Wiesenpfad führt, der parallel zur Straße verläuft. Am »Marienstift« überquert der Weg die Straße und man wandert zum Ausgangspunkt zurück.
Lange noch bleibt das wogende Blütenmeer lebendig im Gedächtnis. Diese Wanderung ist eine der eindrucksvollsten Erlebnisse zur Blütezeit, die Ende Mai beginnt und in der Regel bis Anfang Juli anhält. Aber auch zu allen anderen Jahreszeiten hat der Weg seine Reize.
Umfangreicher ist eine Ganztagswanderung auf dem Höhenwanderweg »Rund um Sankt Andreasberg« mit 18 Kilometer, der auch auf der Jordanshöhe beginnt und endet.
Aus dem Buch: Altes Kräuterwissen aus dem Harz, S. 190–193: „Wo Heilung mit Natur beginnt – Luftkurort Sankt Andreasberg“

Mehr davon im Buch
Altes Kräuterwissen aus dem Harz
35 harztypische Heilpflanzen mit ihren Anwendungen, dazu sieben Kräuterwanderungen mit eigenen Karten und über 50 Adressen von Kräuterkundigen im Harz.
24,90 €versandkostenfrei, bequem auf Rechnung







