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Kräuterwissen · Benneckenstein

Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein

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Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein

Bergwiesen sind ein Lebensraum, der vor Jahrtausenden von Menschen durch Bewirtschaftung geschaffen wurde. Durch traditionelle Nutzung in Form von Mahd und Weide, vorwiegend durch robustes Höhenvieh, sind sie erhalten worden. Heute gehören sie zu den besonders wertvollen, aber auch zu den besonders bedrohten und schutzwürdigsten Lebensräumen im Naturpark Harz. Ohne Pflege würde diese jahrhundertealte Landschaft als Kulturbiotop verschwinden. Die Wiesengesellschaft ist ein Paradies für viele seltene Pflanzen und Tiere. Ihre Artenvielfalt wird von der Häufigkeit des Mähens bestimmt.

Benneckenstein im Landkreis Harz auf der Harzhochfläche ist geprägt von einer einmaligen strukturierten Kulturlandschaft und der eindrucksvollen Kulisse des Brockenmassivs. Die Stadt ist von Wiesen, diese wiederum von Harzwald umgeben. Die Plateaus werden von Tälern durchbrochen, das Rappbodetal zählt zu den größten. In diesen Tälern verzahnen sich Berg- und Mähwiesen mit Borstgrasrasen.

  • Start und Ziel: Waldschneise am Café »Waldschlößchen« an der Nordhäuser Straße von Benneckenstein in Richtung Rothesütte
  • Länge: 5 km
  • Dauer: 1,5-2 Stunden
  • Höhenunterschied: ca. 60 m
  • Wegemarkierung: sehr gut
  • Gastronomie: Café »Waldschlößchen«

Die Route, mit »Bergwiesen-Lehrpfad« beschildert, beginnt schräg gegenüber vom Café »Waldschlößchen« an der Waldschneise und erweist sich als eine herrliche Welt voller Kleinode.

Gleich zu Beginn steht die erste von fünf Informationstafeln, die entlang des gesamten Weges aufgestellt sind und die über die Bergwiesen früher und heute informieren. Sie sind mit römischen Ziffern gekennzeichnet:

I. Entdecken und Genießen – II. Vielfalt der Lebensräume – III. Lebendiges Erbe – IV. Vielfalt der Arten – V. Mensch und Natur.

Der Weg geht etwas bergab bis zum »Harzhaus«, das man links liegen läßt. Man folgt dem Wegweiser nach rechts, bis der Wiesenpfad erreicht ist. Dieser führt durch das Naturschutzgebiet »Harzer Bachtäler« zum Ziegenkopf mit seinem Echopunkt und zum Pfeiferberg, die beide umrundet werden. Die Waldwiesen links am Waldrand sind streifenförmig oder terrassenförmig angelegt, sie werden »Gehren« genannt und sind einzigartig. Der Weg führt weiter bis zur sogenannten Teilung. Die Rappbode war ursprünglich Grenze zwischen zwei Herrschaftsbereichen. Die Bezeichnung Teilung blieb erhalten.

Von Wiese zu Wiese wechselt deren Charakter und damit die Kombination der Pflanzenarten. Wie mit Reichtum überschüttet sind die Wiesengesellschaften zu gegebener Jahreszeit: bunt, farbenfroh und artenreich, einfach schön. Je nach Wiesentyp kann man die Ährige Teufelskralle, die Wiesenmargarite, den Schlangenknöterich, den Wiesenbockbart, die Kuckuckslichtnelke, das Echte Mädesüß, das Johanniskraut, den Feld-Thymian, die Färberscharte und viele andere entdecken. Arnika und Bärwurz sind eher selten. Neben vielen Gräsern findet man auf den Magerbiotopen am Pfeiferberg auch Zwergstrauchheiden in mosaikartigem Wechsel mit dem Borstgrasrasen. Zum Ausruhen und Genießen der Landschaft laden hin und wieder effektvoll postierte Bänke ein, um auch den Blick auf das Brockenpanorama auszukosten. Und über der weiten großartigen Natur spannt sich der Himmel wie ein Tuch. Nichts stört hier die Muße und die Inspiration.

Über den Grauberg, der keineswegs grau ist sondern mit bunten, aber eher nährstoffarmen Bergwiesen aufwartet, geht es in Richtung Ausgangspunkt zurück. Von der Höhe dieses Berges nimmt man von der Erhabenheit des Brockenpanoramas und der Landschaft Abschied.

Der Rückweg stößt wieder auf den Anfang der Route, führt nach wenigen Metern dann aber nach links vorbei an der Benneckensteiner Waldbühne. Im Café »Waldschlößchen« besteht Einkehrmöglichkeit.

Alternativ kann man seine Wanderung auch direkt am Café »Waldschlößchen« starten und über Vogelschutzhecke und Bürgerpark zum Heilkräuterlehrpfad, zur Rappbodequelle und über den Dreiländerstein und Jungbrunnen zum Tast- und Fühlpfad wandern. Die Strecke mißt ca. 6,5 Kilometer; viele botanische Kostbarkeiten am Wegesrand erfreuen den Betrachter!

Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein
Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein
Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein

Aus dem Buch: Altes Kräuterwissen aus dem Harz, S. 200–203: „Bei bester Pflanzengesellschaft zu Gast in Benneckenstein“

Buch: Altes Kräuterwissen aus dem Harz

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