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Kräuterwissen · Altenau

Klimareiz und Kräuterduft in Altenau

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Klimareiz und Kräuterduft in Altenau

Altenau ist eine Perle! Der Ort hat den größten Kräuterpark Europas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe »Oberharzer Wasserwirtschaft«. Mit über 600 m hoch gelegen, ist Altenau klimatisch mit einer Alpenlage von ca. 1.400 m vergleichbar. Auch in Altenau ist Goethe auf seiner ersten Harzreise am 9. Dezember 1777 gewesen, um über Torfhaus sein eigentliches Ziel, den Brocken, zu erreichen.

In dieser Höhenlage wird der Kurort von Wiesen und ausgedehnten Fichten- und Mischwäldern umgeben. Die Fichtenbestände sind durch regenreiches rauhes Klima und sauren nährstoffarmen Boden gekennzeichnet und damit für viele Pflanzenarten ungeeignet. Durch das immergrüne Nadelkleid ist ein Fichtenwald dunkel. Die Krautschicht wird teilweise von Rippenfarn und Reitgras gebildet.

Die Luft wird durch die Waldbestände gefiltert und gereinigt, Temperaturen werden ausgeglichen; außerdem bieten sie Schutz vor hoher Windgeschwindigkeit.

Im Oberharz sind es nur drei Kurorte, die das Gütesiegel »Heilklimatischer Kurort« besitzen: Hahnenklee bei Goslar, Bad Sachsa und Altenau. Dieses Prädikat setzt bestimmte bioklimatologische und lufthygienische Bedingungen voraus, die zur Vergabe der Qualitätsstufe erforderlich sind. Neben einem Bioklima gelten hohe Anforderungen an die Luftqualität.

Zwölf ausgewiesene und klassifizierte Wege mit unterschiedlichen Anforderungen und Landschaftserlebnissen stehen zur Auswahl. Die Belastungsfaktoren sind minimal, die stimulierenden Reize hingegen überwiegen.

Die Klimatherapie mit dem Heilklima-Wandern gehört heute zu den weltweit als wirksam anerkannten Naturheilverfahren. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, Herz-Kreislauf stimuliert und durch die Sonneneinwirkung die Knochendichte erhöht. Gleichzeitig erlebt man die sehenswerte Natur im Harz – für Großstädter ein reines Sauerstoffwunder. In der Kombination von dosiertem Gehen mit leichten Kälte- und Lichtreizen kann man die Langsamkeit trainieren, die Seele baumeln lassen und nach Sebastian Kneipp aktiv Erholung finden. Vor Ort können Sie sich Ihre Route selbst auswählen. Eine der kürzesten Wege ist der Wanderweg Nr. 2 »Brockenblick«.

  • Start und Ziel: Kurgast-Zentrum Altenau
  • Länge: 6,1 km
  • Zeit: etwa 3 Stunden
  • Laufrichtung: Beginn entgegen dem Uhrzeigersinn
  • Gastronomie: Café im Kräuterpark

Die Anforderungen an diese Wanderung werden mit »mittel« angegeben. Der Weg ist markiert.

Anfangs geht es auf eher sonnigen Wegabschnitten durch den Ort. Am Hang führt der Weg dann durch den Bereich von gemischtem lichten Baumbestand mit Bänken, die dazu einladen, den reizvollen Blick auf Altenau und Umgebung ruhen zu lassen. Nach der Kehre geht es etwa 1,5 km lang auf einem breiten Schotterweg geradeaus durch Kiefernwald. In seinem Schutz spenden die Bäume die gedämpften Klimareize. Der Wald hat sein eigenes Licht. Das Grün – die Farbe des Lebens, wie es Hildegard von Bingen nannte – tut dem Auge wohl. Aber der Fichtenwald ist düster und gebietet zu schweigen. Hier vergißt man die Hast des Alltags auch am Gleichmaß der Stämme, die den Himmel mit der Erde zu verbinden scheinen. Und in der Stille knistert das Leben.

Wenn in Wäldern Baum an Baumen, Bruder sich an Bruder nähret, sei das Wandern, sei das Träumen unverwehrt und ungestöret.

Johann Wolfgang von Goethe

Der Wald »steht schwarz und schweiget…« so lange, bis die Landschaft sich wieder öffnet und »aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar«, Verse von Mathias Claudius fallen einem dabei ein, selbst wenn sich über der offenen Landschaft Sonnenglanz ausbreitet. Es ist ein anderes Grün, ein anderes Licht, das den Gegenreiz setzt.

Der Abstieg in Kehren ist wieder kurzweilig und führt durch kleine Wiesengründe. Für Bänke sind Sichtachsen gemäht, alles ist sehr gepflegt.

Am Ausgangspunkt wieder angekommen, ist man ausgeglichen und bereit, den europaweit größten Kräuterpark ganz in der Nähe zu besuchen, um die Vielfalt heimischer und exotischer Kräuter zu erkunden. Auf einer großen Hangfläche, auf der man in der Höhenlage viele dieser Pflanzen nicht vermutet, kann man etliche wiederentdecken, die in Vergessenheit gerieten – ein Refugium für Botaniker, Kräuterliebhaber und Gourmets.

Die Beete und Pflanzen sind gekennzeichnet, und man darf probieren.

Die Geschichte der Gewürze wird in einer Gewürzpagode sehr anschaulich dargestellt. In der Gewürzgalerie findet man unzählige Tees und Teemischungen, Gewürze und Gewürzmischungen sowie eine große Anzahl verschiedener Zubereitungen im Direktverkauf. Wo hat man die Nase so voll von Düften und Aromen als in diesem kleinen Laden?

Auch Pflanzentöpfe stehen zum Verkauf bereit. Ebenso kann sich der Besucher in einem kleinen Café stärken. Bewegung zu Fuß, Klimareiz, saubere Luft, Duft und Aroma der Kräuter – ganzheitlicher kann dieser Ausflug der Gesundheit nicht dienen.

Klimareiz und Kräuterduft in Altenau
Klimareiz und Kräuterduft in Altenau

Aus dem Buch: Altes Kräuterwissen aus dem Harz, S. 186–189: „Klimareiz und Kräuterduft in Altenau“

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