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Kräuterwissen

Echte Goldrute

Solidago virgaurea – Die Echte Goldrute gehört zu den wichtigsten Arzneipflanzen, die zu Phytopharmaka verarbeitet werden.

Echte Goldrute

Die Echte Goldrute gehört zu den wichtigsten Arzneipflanzen, die zu Phytopharmaka verarbeitet werden. Sie ist in Europa beheimatet. Als Wildpflanze gedeiht sie auf Kahlschlägen und Waldlichtungen, an Wegrändern und auf Weiden. Von Ende Juli bis in den September und Oktober läßt sie ihre Blumenkronen leuchten, wenn die Hochsommerblüte anderer Pflanzen vorbei ist. Sie wächst immer an gleicher Stelle wieder; das Überdauerungsorgan ist nämlich ein Rhizom, ein unterirdischer Sproß, der auch für die Verbreitung sorgt.

Zur Gattung Goldrute gehören über 100 Arten, die meist in Amerika beheimatet sind. Dazu zählen auch die eingebürgerte Riesengoldrute [solidago gigantea] und die im Harz viel häufiger vorkommende Kanadische Goldrute [solidago canadense], die eine ganze Bandbreite von eher trockenen nährstoffreichen Ruderalstellen und Brachflächen besiedelt, aber keine Heilkraft besitzt. Sie ist eine Schmuck- und Bienenpflanze, die ebenso gerne von Schmetterlingen besucht wird und auch als eine beliebte Gartenstaude gilt.

Die Riesengoldrute hingegen, die mit einem langen rispigen und stark verzweigten Gesamtblütenstand auffällt, kann wie die Echte Goldrute verwendet werden. Ihre starke Selbstaussaat kann einheimische Pflanzen leicht verdrängen.

Die Bezeichnung solidago heißt so viel wie gesund und verweist auf eine lange Anwendung der Echten Goldrute als Heilpflanze; sie gehört zu den Korbblütengewächsen [asteraceae] und kann bis zu einem Meter hoch werden.

Die wechselständigen Blätter sind am Grund gestielt, grob gesägt; nach oben hin fein gesägt und fast sitzend. Die Blütenkörbchen sind sehr zahlreich. In ihnen befinden sich viele kleine Blütchen, die sich traubenförmig anordnen.

Aus den Stengeln und Blättern kann ein Farbstoff zum Färben von Wolle und Baumwolle von goldenbraun bis braunrot gewonnen werden.

Die Goldrute war wegen ihrer gelben Blüten und ihrer medizinischen Bedeutung in der christlichen Überlieferung der »Laurenzilorbeer« in Erinnerung an den Heiligen Laurentius von Rom.

Außer der Wurzel wird das ganze Kraut genutzt. Es enthält Flavonoide, vor allem das Rutosid, Triterpenglykoside und in der Wurzel noch ätherisches Öl.

Goldwundkraut, Goldraute, Güldenwundkraut sind weitere Namen. Früher war eine Abkochung äußerlich als Wundheilmittel in Gebrauch, darum heißt sie in alten Kräuterbüchern auch Heydnisch Wundkraut.

Goldrute kann bei Harnwegsinfektionen helfen. Die Wirkung ist entzündungswidrig, krampflösend und harntreibend. Die Niere wird angeregt, mehr Wasser auszuscheiden. Dadurch werden die ableitenden Harnwege, also Harnleiter, Blase und Harnröhre, besser durchspült und Keime ausgeschwemmt. Trotz verstärkter Wasserausscheidung werden wertvolle Spurenelemente und Mineralstoffe nicht mit ausgespült. Goldrutenkraut kann aber nur helfen, wenn ausreichend Flüssigkeit getrunken wird! Ein Gebot, das bei allen Harnwegserkrankungen gilt.

Die Droge ist in vielen Fertigpräparaten enthalten. Die getrocknete Tee-Droge ist nur ein Jahr haltbar. Sie hat einen herben, leicht zusammenziehenden Geschmack.

Traditionell wird der Tee auch zur Vorbeugung von Nierengrieß und bei entsprechender Veranlagung empfohlen. Zu jeder Tasse Tee ein Glas Wasser trinken!

Bei chronischen Erkrankungen sollte die Anwendung mit dem Arzt besprochen werden.

Hochdosierte Extrakte stehen in Fertigpräparaten in Form von Dragees, Kapseln und Tropfen zur Verfügung.

Bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen hat sich die Anwendung von Goldrute auch äußerlich als Umschlag bewährt. Empfehlenswert für einen Tee ist eine Mischung aus Mädesüßblüten, Weidenrinde, Goldrutenkraut, Johanniskraut und Brennesselkraut.

Ein Eßlöffel dieser Mischung wird mit einer Tasse Wasser kalt angesetzt und man läßt eine Stunde ziehen. Danach bis zum Kochen erhitzen, vom Herd nehmen und nochmals fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, dann erst abseihen, täglich drei bis vier Tassen trinken.

Hinweis: Wer unter Ödemen leidet, die durch Herzschwäche oder Nierenfunktionsstörungen bedingt sind, darf Goldrute nicht anwenden! Wie alle Korbblütler kann auch die Goldrute Kontaktallergien auslösen!

Aus dem Buch: Altes Kräuterwissen aus dem Harz, S. 94–97: „Echte Goldrute“

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