Entlang der Bode · Treseburg
Treseburg – Katzenaugen, Bachforellen, Hovawarte
In Treseburg wurde der Hovawart zurückgezüchtet, kamen 1945 Waschbären frei, die heute den Harz bevölkern, und fand man einst grün schillernde Katzenaugen.
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Gegenüber der Mündung der Luppbode in die Bode, hoch am Berg, gab es einmal eine zoologische Station. Dort züchtete man Gebrauchshunde und dort gelang die Rückzüchtung des beinah ausgestorbenen Hovawarts. Seines Aussehens wegen, vor allem aber wegen seines guten Charakters hat dieser Hund bald viele Liebhaber gefunden. Der rührige Züchter König, ein eigenwilliger Kauz und Murmeltierführer, besaß und zeigte auch als erster und einziger in Norddeutschland echte Waschbären, deren Käfige beim Panzerbeschuß von Treseburg am 18. April 1945 zerstört wurden. Worauf die gebürtigen Nordamerikaner freikamen und seither den Harz überreichlich bevölkern. Auch ein Wildschwein, was zählen konnte und einen Uhu mit hypnotischem Blick waren zu bestaunen. Zu den zwar bemerkenswerten, doch heute nicht mehr existenten Seltsamkeiten Treseburgs gehört auch das Vorkommen eines grünlich schillernden Schmucksteines. Sogenannte Katzenaugen, grün-weiß bis olivgrün, wurden früher am Burgberg gefunden und zu Kettenanhängern, Ohrringen und Manschettenknöpfen verschliffen und verkauft. In dieser Tradition stehen auch der Harzer Blutstein, den das Schwefelkiesbergwerk „Einheit“ aus Elbingerode unters Volk brachte, sowie der Rhodonit vom Schävenholz, gleichfalls aus Elbingerode. Diese Vorkommen sind allesamt erloschen; heute gibt es nur noch ein Vorkommen von Feuerwacke bei Hüttenrode, die im Anschliff ebenfalls sehr apart wirkt.
Ein sehr dekoratives Mitbringsel aus dem Bodetal ist der „Bodeachat“. Diese königs- bis ultramarinblauen Flußkiesel werden gleich dem Bernstein an der Ostseeküste gern von Touristen am Flußufer aufgesammelt. Nach alter Sage soll dort einstmals eine Wassermühle gestanden haben, eine von unzähligen im Harz.
Denn Wasser ist nicht nur der Quell des Lebens; es ist auch Energie!
Mühlen demonstrieren die früheste Nutzung der Kräfte des Wassers. Bäche und Flüsse sind die Voraussetzung der Energienutzung, doch daran mangelt es hier oben im Gebirge nicht.
Jede Wassermühle enthält stets die zwei folgenden Komponenten: ein Wasserrad, das als Kraftmaschine das fallende oder geradlinig fließende Wasser in Energie einer rotierenden Welle umwandelt, und eine Arbeitsmaschine, die über diese Welle angetrieben wird. Somit stand eine Energiequelle für unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das half bei der Nutzbarmachung des Gebirges. Da diese ersten industriellen Einrichtungen den Menschen des Mittalters zunächst nicht vertraut waren, bildeten sich bald Sagen und Geschichten darüber heraus. Viele Märchen berichten von Mühlen und es nimmt keinesfalls Wunder, daß die klappernde Mühle mit ihrem knarzenden bemoosten Wasserrad unbedingt zum Zeitalter der deutschen Romantik gehört – weil Mühlen da eben eine Hochzeit hatten.
Das ist Wasser auf meine Mühle.
Sprichwort
Aus dem Buch: Wunder verbinden, S. 185–189

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