Sagen aus dem Harz · Kyffhäuser
Die Sage vom Kyffhäuser
Auf der Karte zeigenUnter dem Kyffhäuser Berg schläft Friedrich Rotbart; er sitzt auf seinem Felsenthron am runden Steintische, den Kopf mit der Hand gestützt. Sein Bart aber wächst um den Tisch und hat schon zweimal dessen Windung umschlossen; wenn er das dritte Mal herumgewachsen sein wird, erfolgt des Kaisers Erwachen. Dann beginnt das Ende der Welt. Denn nach dem Erwachen wird er zum Walser Feld reiten. Dort hängt er sein Schild an einen dürren Birnbaum. Davon wird der Baum grünen und sechs Birnen tragen und eine bessere Zeit wird herankommen. Erst aber muss der Kaiser Barbarossa auf dem Walser Feld einen letzten Kampf gegen das Böse führen, damit sein Reich zu neuer Herrlichkeit erstehe.
Einige haben ihn wohl auch wachend gesehen, denn alle einhundert Jahre erwacht Kaiser Rotbart. Einen Schäfer, der ihm dabei ein ihm wohlgefälliges Lied gepfiffen, fragte Friedrich: »Fliegen die Raben noch um den Berg?« Und als der Schäfer es bejahte, sagte er: »So muss ich hundert Jahre länger schlafen.« Der Schäfer wurde darauf in des Kaisers Rüstkammer geführt und bekam den Fuß eines Handfasses geschenkt, welchen der Goldschmied für gediegenes Gold erkannte.
Aus dem Buch: Die schönsten Sagen aus dem Harz, 3. Auflage, S. 91–91

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Die schönsten Sagen aus dem Harz
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