Der erste Europäer, der Kakaobohnen zu Gesicht bekam, war Christoph Columbus (1451-1506) während seiner Amerikareise. Er lernte sie als Zahlungsmittel kennen. Erst einige Jahre später sollten Spanier in den Genuss des ersten Kakaotrunkes gelangen. Eine Kakaobohne enthält 20-60 Samen, deren Fettanteil zu Kakaobutter, der Rest zu Kakaopulver verarbeitet wird.
»Die Kakaobohne ist ein Phänomen, denn kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle an Nährstoffen auf einem so kleinen Raum, wie gerade bei ihr, zusammengedrängt«, stellt Alexander von Humboldt (1769-1804) später fest. Die Verschmelzung des bitteren Pulvers aus den gerösteten Kakaobohnen mit Zucker wurde eine süße Verführung, schnell auch ein Modegetränk und Abschluss eines Mahles.
Im 17. Jahrhundert begann sich das Getränk Schokolade über Europa auszubreiten. Aber auch das Kakaopulver war sehr teuer. Im Harz wurde es üblich, die Kakaomilch nach dem Aufkochen mit Mehl zu einem Brei anzudicken, der dann gelöffelt werden konnte. In einem vornehmen Haushalt begann man bei besonderen Anlässen mit dieser festlichen Mahlzeit, der noch Nüsse und Schlagsahne beigegeben wurde, den Tag.
Die anregende Wirkung von Kakao ist geringer als beim Kaffee, dafür aber stimmungsaufhellend durch den höheren Theobromin-Gehalt.
Zum Volksgetränk wurde Kakao mit Milch oder Wasser erst ganz allmählich. Auch in vielen Klöstern gehörte dieser Trank zum Frühstück. Im 18. Jahrhundert waren es dann die Zuckerbäcker, die sich der Verfeinerung von Gebäcken und der Anfertigung von fester Schokolade annahmen. Die feste Milchschokolade ist eine Schweizer Erfindung. Die älteste deutsche Schokoladenfabrik ist Halloren in Halle.
Jean Etienne Liotards berühmtestes Werk, das »Schokoladenmädchen« von 1744, stellt dar, wie die Schokolade
zelebriert werden soll: vorsichtig und würdevoll in einer hohen Kakaotasse.
Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller waren Liebhaber von Trinkschokolade, weil sie auch als Heilmittel propagiert wurde.
Gekrönt wird die Schokoladenkunst durch die Erfindung der Praline. Sie geht zurück auf den deutschen Koch, der für die Reichstagsabgeordneten in Regensburg 1675 die neue Köstlichkeit aus Schokolade und Mandeln kreierte. César de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin, Minister und Gesandter König Ludwig XIV., war von ihr so begeistert, dass der Koch seine erste Praline nach ihm benannte (Praslin/Praline).
Teepunsch Kaffee, Tee und Schokolade
Heiße Schokolade Cremig, süß und nahrhaft