Wissen · Kaffee, Tee und Schokolade
Der Kaffee – Die Primadonna der Getränke oder ein Alleskönner
- 3 Min. Lesezeit
- Buch S. 171
Bei der Verbreitung dieser Heißgetränke spielte der Harz keine große Rolle. Sie kamen fast gleichzeitig aus verschiedenen Erdteilen zunächst als kostbare Arzneien nach Mitteleuropa, wurden dann Luxusgenuss der Oberschicht noch bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Im Ursprungsland sind die Kirschen des Kaffeestrauches zunächst roh verzehrt worden. Einer Legende nach sollen die Kaffeesamen zufällig in ein Feuer gefallen sein, Duft und Aroma des zweigeteilten Kirschkerns, der Bohne, wurden entdeckt. Mönche aus Äthiopien begannen die Bohnen zu rösten, zu zerkleinern und mit heißem Wasser das schwarze Getränk zu zaubern. Von Äthiopien gelangte das Geheimnis der Bohne nach Arabien.
Dieser Satanstrank ist so köstlich, dass es eine Schande wäre, ihn den Ungläubigen zu überlassen.
Papst Clemens VII.
Kaffeebohnen – heiß geliebt, verboten und verteidigt – wurden schwarz gehandelt. Aber bald gerieten alle in den Bann des wachhaltenden Getränks. So nutzte Voltaire ihn heiß wie die Hölle, süß wie die Sünde und schwarz wie die Nacht bereits zum Frühstück. Müdigkeit und Schlaf wurden vertrieben, so dass der Kaffee schnell das Getränk der Philosophen und Intellektuellen wurde – ein Aufputschmittel für die geistige Elite bei nächtlichen Diskussionen. Er vertrieb aber auch Kopfschmerzen und Kummer. Der Kaffee begann seinen Platz neben den herkömmlichen Getränken Wein und Bier zu erobern.
Das erste deutsche Kaffeehaus wurde 1673 in Bremen eröffnet.
Für Frauen, die weinen, wenn sie ohne Kaffee sind, brach Johann Sebastian Bach 1734 nach Texten von Picander mit seiner Kaffeekantate eine Lanze. Er begegnete der Kritik am lasterhaften Kaffeekonsum mit Humor – ein vergnügliches Stück, das vermutlich in Zimmermanns Kaffeehaus zu Leipzig zur Erstaufführung kam.
Der Kaffee wurde als Lebenselixier, Seelentröster, Magenwärmer, Herzensstärker beliebt. Er hat in der Liste der
Getränke, die zu jeder Zeit getrunken werden, das erste Wort: Morgens gegen die Müdigkeit, bei Tage im Sommer gegen die Wärme, im Winter gegen die Kälte, bei Nacht gegen die Kühle und immer für die Feuerung des Geistes. Auch in die bürgerlichen und bäuerlichen Haushalte hielt Kaffee Einzug. Aber der Kaffee war eine sehr teure Importware. Für eine Kanne sollten nur wenige Bohnen genügen. Um ihn zu färben, kam die geröstete Zichorie hinzu.
Der »Muckefuck« konnte mit Milch und Zucker geschmacklich verbessert werden.
Im Harz entstanden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die Kaffeehäuser. Vielfach trafen sich Bürgerfrauen reihum zu einem Kaffeekränzchen oder Kaffeeklatsch.
Vor der Zubereitung sollte der Kaffee frisch gemahlen sein. Entscheidend für den Geschmack sind auch der Mahlgrad, die Qualität des Wassers und die Art der Zubereitung. Immer ist frisches Wasser Voraussetzung.
Ob Kaffee (mit oder ohne Sahne), Mocca, Espresso, Capuccino – in jedem Fall werden Geist und Verdauung durch den Gehalt an Coffein angeregt. Und zum klassischen Abschluss eines klassischen Menüs gehört zumindest in einem klassischen Restaurant der Kaffee. Trotzdem wird nun empfohlen, keinen Kaffee zu trinken, sondern ihn zu essen.
C A F F E E, trink nicht so viel Caffee! Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blaß und krank. Sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann.
Caffeekanon von Carl Gottlieb Hering
Teepunsch Kaffee, Tee und Schokolade
Heiße Schokolade Cremig, süß und nahrhaft