Wissen · Kaffee, Tee und Schokolade
Brocken-Splitter und Harzer Baumkuchen
- 2 Min. Lesezeit
- Buch S. 179
»Der Harz hat eine lange Schokoladentradition. Wer kennt sie nicht, die Brockensplitter, knackige Haselnusskro-
kant-Dreiecke mit zarter Bitterschokolade überzogen, hergestellt von der Wergona Schokoladen GmbH oder den leckeren Harzer Baumkuchen, produziert im Baumkuchenhaus Nr. 1 in Wernigerode?
1848 ist es der Wernigeröder Tuch- und Schnittwarenhändler Karl Friedrich Krumbhaar, der die erste ›Chocolade-Fabrik‹ gründet. 1852 übernimmt F. H. A.Ronnenberg den Betrieb. 1863 gründen Ludwig Bauermeister und 1883 Franz Maul eine Schokoladenfabrik. Bis zum heutigen Tag zählt man in Wernigerode 15 Schokoladenfabriken an acht verschiedenen Standorten. Im Stadtkern hatten sich 17 Schokoladen-Geschäfte und zahlreiche Großhändler für
Süßwaren angesiedelt. Die Branche war mit über 1.500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt.
Der Brocken-Splitter wurde bereits 1921 produziert und auf den Markt gebracht, 1954 setzte die Argenta Süßwarenfabrik diese Tradition fort, 2002 übernimmt die Wergona Schokoladen GmbH. Durch zahlreiche Erweiterungen ist ›Wergona‹ heute einer der größten Schokoladenproduzenten Europas.
Der ›Harzer Baumkuchen‹ aus dem Baumkuchenhaus Nr. 1 hat eine noch ältere Geschichte. Bereits 1749 gründet Hermann Schröder eine Baum- und Schlosskuchenfabrik. Viele Unternehmer setzten die Produktion fort, erst durch den 2. Weltkrieg wurde sie unterbrochen. In der DDR übernahm VEB Backwaren das Geschäft, fehlende Rohstoffe führten immer wieder zu Produktionsausfällen. Mit der Gründung der ›Harzer Baumkuchen Friedrich GbR‹ 1992 wurde endgültig die alte Tradition wiederbelebt und ein umfangreiches Sortiment entwickelt. 2008 entstand das
›Baumkuchenhaus Nr. 1‹ – Herstellung mit Schaubacken, Cafe und einer kleine Ausstellung zur Tradition.
Auch anderswo im Harz gründeten sich in der Vergangenheit einige Schokoladenfabriken, so in Bad Lauterberg,
Ellrich und Thale. Aber nur in Wernigerode konnte diese Tradition bis in die Gegenwart fortgesetzt werden. Sicher auch deshalb ist Wernigerode einmal im Jahr das Mekka der Schokoladengenüsse. Immer Ende Oktober ist das Schokoladenfestival ›chocolART‹ zu Gast und bietet berauschende Vielfalt.« (Jürgen Will, Wernigerode)
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