Die Sage von den Bergwerken auf dem Rammelsberg

Illustration Luise Bussert, "Die schönsten Sagen aus dem Harz"

Kaiser Otto, der Erste dieses Namens, hat oftmals nicht weit von Goslar auf der Harzburg seinen Hof gehalten. Im Harzgebirge hat er jagen lassen, und so begab es sich, dass einer von seinen vornehmen Jägern, Ramm genannt, auf Befehl des Kaisers wieder einmal an den Vorbergen des Harzes auf die Jagd ging. Wie er aber an einen Berg gekommen ist und dem Wild des steilen Aufstiegs wegen nicht weiter mit dem Pferde nacheilen konnte, band er sein Pferd an einen Baum an und folgt zu Fuße dem Wild nach. Nun blieb der Jäger freilich etwas lange aus, denn es dauerte, um das Wild endlich zur Strecke zu bringen.

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Deshalb wurde das Pferd ungeduldig und scharrte nach Pferdeart heftig mit den Vorderfüßen, immer wieder an der gleichen Stelle des Waldbodens. Als der Ritter Ramm mit dem erlegten Wild zurückkam – wollte er seinen Augen nicht trauen. Sein Ross hatte den Felsen freigelegt, der nun in der Sonne glänzte wie ein silbriges Schild.

Der Ritter Ramm sammelte einige Proben und nahm sie mit auf die Harzburg, um sie dem Kaiser zu zeigen – nachdem er dem Koch sein Wildbret übergeben hatte. So wurde eine der mächtigsten Silberadern in deutschen Landen entdeckt. Kaiser Otto befahl den Beginn des Bergbaus. Den Ort aber benannte er nach seinem Jäger Rammelsberg. Die sich nun entwickelnde Stadt Goslar und das sie durchfließende Flüsschen Gose erhielten ihren Namen nach des Jägers Frau: Gose.

Lästerzungen behaupten allerdings, dass der Berg seinen Namen nicht von dem Jäger, sondern von dem Pferd bekommen habe, welches von seinem Herrn einstens Ramm genannt worden sei.

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