Das Naturschutzgebiet »Harzer Bachtäler« umfaßt die Bachtäler der Warmen Bode und der Rappbode mit einer Vielzahl von Nebenbächen. Zahlreiche Wanderrouten führen hier entlang. Dabei ist die Erhaltung und der Schutz der für diesen Naturraum charakteristischen Mittelgebirgsbäche mit ihren artenreichen, natürlichen bachbegleitenden Pflanzenbeständen und der angrenzenden Bergwiesen mit ihrer typischen Fauna und Flora Anliegen aller Besucher. Einer der vielen Wanderwege durch dieses Naturschutzgebiet ist der Weg von Tanne nach Königshütte entlang der Warmen Bode. Er ist besonders reizvoll, interessant und ungewöhnlich schön.

Vom Parkplatz aus geht es direkt über die Brücke auf die östliche Uferseite der Warmen Bode, wo der Wanderweg beginnt. Nach kurzem Wegstück geht es rechts hinauf zum Kapitelsberg [528 m], dem Hausberg von Tanne, den man nach leichtem Anstieg von ungefähr einem Kilometer erreicht. An der Wegböschung des Fichtenwaldes bergauf begegnet man zahlreich dem Roten Fingerhut, dem Wald-Sauerklee, dem Wald-Wachtelweizen und dem Buschwindröschen. Oben angekommen, trifft man auf eine Wanderhütte mit Stempelstelle und ein originelles Gipfelbuch. Nur etwa 50 Meter entfernt erwartet uns der beliebte Aussichtspunkt mit dem Gipfelkreuz. Von hier aus wird man mit einem wunderbaren Blick auf den Ort Tanne und das Brockenpanorama belohnt. Eine gußeiserne Tafel erleichtert die Orientierung. Bevor es auf gleichem Weg wieder hinab geht, ist eine kleine Rast auf der Bank ratsam.

Am unteren Wanderweg nimmt die Warme Bode den Wanderer nun mit in den blühenden Lebensraum und weist selbst den weiteren Weg. Zunächst befindet sich auf der linken Seite eine nicht mehr genutzte Wiesenbrache, auf der noch die Bärwurz, das Echte Mädesüß, der Sauerampfer und die Wilde Engelwurz anzutreffen sind, nicht zu vergessen die Trollblume, die zu den besonders geschützten Pflanzen gehört, und die Sumpfdotterblume. Außerdem fallen die vielen Seggen-Arten am Uferrand auf. Hier ist mit einem nassen Untergrund zu rechnen. Weiter geht es in der Talsohle, in der sich die Warme Bode in ihrem Verlauf nach links verlagert und sich ein trockenes Wiesengelände ausbreitet, auf dem der große Bestand an Bärwurz und Arnika überrascht.

Danach erreicht man den Standort einer alten Silber- und Kupferhütte aus dem 12. Jahrhundert, den Silberkulk. Reste der Eisenschlacke aus der Zeit der Ottonen sind bis heute erhalten! Der Schwermetallrasen ist eingezäunt, um die interessante Fläche durch entsprechende Pflege erhalten zu können. Die meisten Pflanzen können auf solchen Standorten nicht existieren. Es hat sich daher eine spezielle Vegetation entwickelt. Typisch sind die Frühlingsmiere, auch »Kupferblümchen« genannt, die schwermetalltolerante Form des Taubenkropf-Leimkrauts und sogar Isländisches Moos und andere Flechten. Eine Schautafel, leider die einzig erhaltene auf dem weiteren Weg, informiert über den Silberabbau und die Flora.Das Naturschutzgebiet »Harzer Bachtäler« umfaßt die Bachtäler der Warmen Bode und der Rappbode mit einer Vielzahl von Nebenbächen. Zahlreiche Wanderrouten führen hier entlang. Dabei ist die Erhaltung und der Schutz der für diesen Naturraum charakteristischen Mittelgebirgsbäche mit ihren artenreichen, natürlichen bachbegleitenden Pflanzenbeständen und der angrenzenden Bergwiesen mit ihrer typischen Fauna und Flora Anliegen aller Besucher. Einer der vielen Wanderwege durch dieses Naturschutzgebiet ist der Weg von Tanne nach Königshütte entlang der Warmen Bode. Er ist besonders reizvoll, interessant und ungewöhnlich schön.

Der Weg – eigentlich als Naturlehrpfad ausgewiesen – führt immer dicht am Flußufer entlang weiter, begleitet von charakteristischen Vegetationsbeständen mit Hahnenfuß, Sumpfschachtelhalm und Sumpfschafgarbe. Oft genug bleibt zwischen sumpfiger Wiese links und Geröllhang rechts nur ein schmaler Trampelpfad. Aber der Weg ist einfach idyllisch und besonders reizvoll, wenn sich die Warme Bode abwechslungsreich wie ein Mäander durch das Tal schlängelt.

Um die Pflanzen nicht zu übersehen, sollten die Augen offen gehalten werden. Im Frühjahr sind es die Schlüsselblume, das Veilchen, das Wiesenschaumkraut, der Wald-Storchschnabel, das Bingelkraut und das Scharbockskraut. Auch um den Weg nicht aus den Augen zu verlieren, ist Aufmerksamkeit vonnöten! Viel quer liegendes Totholz ist bergauf und bergab zu umgehen. Über die seitlich einfließenden Bäche sind kleine, inzwischen recht morsche Holzbrücken gelegt.

Die saftigen Wiesen in dem Bachtal werden teilweise gemäht, teilweise wieder von dem Harzer Höhenvieh – einfarbig rot und eine der ältesten Nutztierrassen – beweidet, die die abwechslungsreiche Tallandschaft erfreulich wiederbeleben. Je nach Jahreszeit begegnet man noch vielen bemerkenswerten Kräutern und Pflanzen, teilweise in großen Beständen, die nicht alle genannt werden können. Vor dem Ortseingang von Königshütte trifft man auf den bequem begehbaren Harzer Hexenstieg [Südroute]. Hoch oben auf der Bergkuppe thront die Ruine der Königsburg [486 m], eine ehemalige Adelsburg aus dem 13./14. Jahrhundert, die man nach etwa einem Kilometer Aufstieg erreicht. Teile des Bergfriedes sowie Gräben und Wälle der Festung sind erhalten. Auch hier gibt es eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Goethe besuchte diese Ruine auf seiner dritten Harzreise am 5. September 1784.

Auf einer Bank Platz genommen, öffnet sich der Kreis des Horizonts erneut für einen großartigen Überblick über das gesamte Panorama des Hochharzes mit dem Brockenmassiv und den Hohneklippen, eine erhabene Schönheit. Unterhalb der Höhe schaut man auf den Ort Königshütte, wo sich Warme und Kalte Bode vereinen. Nach einer kurzen Rast geht es über einen schmalen Serpentinenweg wieder hinab bis zu einer Brücke, die über die Bode an das andere Ufer führt. Für eine sehr willkommene längere Pause vor Antritt des Rückweges bietet das Restaurant »Am Felsen«, Ackertklippe 1 in der Verlängerung der Tanner Straße eine schöne Möglichkeit, um sich zu stärken.

Am Ortsausgangsschild in Richtung Tanne beginnt der Radfahrweg, der teilweise parallel, aber erhöht zur Straße verläuft, zurück nach Tanne [sieben Kilometer]. Immer wieder öffnet sich der Blick in das Tal, in dem die Bode ihre Lebensader eigenwillig in den Boden einbettet. Kurz vor Tanne leuchtet von der Höhe des Kapitelberges noch einmal das Gipfelkreuz auf, man nimmt Abschied von der eindrucksvollen Landschaft und kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Oder man nutzt nach der erschöpfenden Wanderung die Busverbindung Königshütte-Tanne [264]. In Tanne hat man die Möglichkeit, in der »Schusterklause«, Bodetalstraße 33, einzukehren.