Die in der Harzregion am häufigsten wild wachsende Rosenart ist die Hundsrose bzw. Hagebutte [ROSA CANINA], die zu den Rosengewächsen [ROSACEAE] gehört. Der Wildrosenstrauch ist keine Pflanze der Gebirgslagen. Am hügeligen Harzrand, im Vor- und Unterharz ist die Hundsrose jedoch recht häufig anzutreffen. Der aufrechte Strauch bildet lange, bogig überhängende Äste und Zweige. Im Hochsommer haben die weißen oder zart rosa einfachen ungefüllten Blüten ihren eigenen urwüchsigen Reiz.

Wenn der Maler Herbst auf der Leiter steht und wir zu den dem Harz vorgelagerten Höhenzügen wandern, leuchten uns schon die roten prägnanten Früchte von weitem entgegen. Sie bleiben oft den ganzen Winter über am Strauch und sind trotz Frost immer noch genießbar. Sie schmecken roh süßlich-säuerlich. Die Bezeichnung Hag [von Hecke] weist auf das Vorkommen des Strauches an Hecken hin, während Butte dem süddeutschen Butzen [Verdickung] entspricht. Die lateinische Bezeichnung canina oder das griechische Kynosbatos von kyon=Hund und batos=strauch sei nach Plinius auf einen Orakelspruch zurückzuführen, der auf der Suche nach einem Mittel gegen Bisse tollwütiger Hunde auf die stark gerbstoffhaltigen Wespengallen hinwies. So steht Hundsrose für Wildrose ganz allgemein,das meint »hundsgemein«.

Zeichnung einer Hundsrose, Hagebutte
Zeichnung einer Hundsrose, Hagebutte

Als Heilpflanze ist die Hundsrose bisher unterschätzt worden

Kaum eine andere Frucht beinhaltet so viel Vitamin C, Pektine, Fruchtsäuren und Gerbstoffe. Bei der Hagebutte handelt es sich um eine Sammelfrucht, die aus dem fleischigen Blütenboden entsteht. Die eigentlichen Früchte sind die Kerne oder Nüßchen, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen [Juckpulver]. Die wertvollen Inhaltsstoffe jedoch stecken in der prallen Verpackung der Wildfrucht. Die getrockneten Fruchtschalen als Tee dienen zur unterstützenden Therapie von Blasen- und Nierenleiden, stärken das Immunsystem bei Erkältungen.

In einer Gemeinschaftsstudie ist ein bisher unbekannter Aktivstoff in der Hagebutte identifiziert worden, ein sogenanntes Galaktolipid, das Menschen mit Gelenkerkrankungen Linderung verschafft. Die Schmerzen nehmen ab, die Beweglichkeit bessert sich, eine Zufallsentdeckung! Positive Erfahrungen eines Landwirtes mit regelmäßigem Verzehr von Hagebutten, die ihm Schmerzlinderung verschafften, veranlaßten die Wissenschaftler, sich eingehender mit der Hagebutte zu befassen.

Entkernte Hagebutten lassen sich zu Mark oder Mus verarbeiten

Weiche Früchte nach dem Frost sind dazu besonders geeignet. Mit wenig Wasser läßt man sie 20 Minuten köcheln, passiert, streicht die Masse durch ein Sieb, versetzt dieses Mark mit der gleichen Menge Zucker und setzt etwas Zitronenschale hinzu und erhitzt so lange, bis sich der Zucker gelöst hat – ein wirksames Heilmittel zur Nahrungsergänzung mit Vitamin C, das unser Körper selbst nicht bilden kann und welches für den Zellstoffwechsel aller Organe notwendig ist. Die Askorbinsäure beeinflußt ferner Fermentreaktionen und die Blutgerinnung und fördert die antivirale Wirkung des von den Zellen gebildeten Schutzstoffes Interferon. Von diesem Konzentrat nimmt man täglich zwei bis drei Teelöffel ein.

Für die Gelenke ist das Hagebuttenpulver wie folgt einzunehmen: Täglich zwei gehäufte Teelöffel in Joghurt oder Fruchtsaft einrühren und verzehren. Nach zwei bis drei Monaten kann die Dosis halbiert werden. Nicht in heiße Speiseneinrühren! Dieses Pulver ist auch für die Daueranwendung geeignet, da es unserem Körper nicht möglich ist, Vitamin C in beachtlichen Mengen zu speichern. ÜberflüssigesVitamin C wird mit dem Harn ausgeschieden.

Tee aus der Kräuterapotheke
Tee aus der Kräuterapotheke

Hagebuttentee
Unterstützend bei Blasen- und Nierenleiden und fürs Immunsystem
2 gehäufte Teelöffel werden mit ¼ Liter kochend heißem Wasser übergossen, man läßt 15-30 Minuten abgedeckt ziehen, seiht ab und trinkt mehrmals am Tag 1 Tasse.