Orkan aus West – Vom Ruhrkessel zur Harzschlacht 1945
- Hardcover gebunden, 184 Seiten, 148 s/w-Abbildungen
- vom Harzer Autor Andreas Pawel
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Mit der Schließung des Ruhrkessels im April 1945 kam der Zweite Weltkrieg als ein alles verheerender Sturm nach Mitteldeutschland. Der Autor schildert in vielen Geschichten und aus persönlichen Erinnerungen von Zeitzeugen den letzten Kriegsmonat im Kampfgebiet zwischen Paderborn und dem Harz bis zur Kapitulation des Generalstabes der 11. Armee in Kloster Michaelstein/Harz. Er bleibt dabei dicht am Geschehen und berichtet aus Sicht der deutschen Landser vom Irrwitz der Verteidigungsanstrengungen, vom Leiden der Zivilbevölkerung zwischen Fliegeralarm und Durchhalteparolen wie auch aus der Perspektive amerikanischer GI‘s im Rag-Tag-Circus.
Eingefügt sind Exkurse zu unabgehandelten Themen wie den mutigen Männern mit den weißen Übergabefahnen, die versuchten, weiteres Leid zu verhindern. Das Ausmaß des Schreckens dieser Tage ist mit nichts vergleichbar und muß ein Teil unserer Erinnerungskultur bleiben.
Auszüge aus dem Buch
Orkan aus West: Kampflose Übergaben
Eine Geschichte aus dem Buch "Orkan aus West – Vom Ruhrkessel zur Harzschlacht 1945" vom Harzer Autor Andreas Pawel. Im Kapitel "Kampflose Übergaben" wird anhand von Beispielen vom Mut derer erzählt, die trotz aller Todes-Drohungen mit der weißen Fahne in der Hand den Amerikanern entgegengingen, um sinnloses Töten und sinnlose Zerstörungen zu vermeiden.
In 2000 Jahren gewachsen, in 20 Tagen untergegangen: Ein Orkan fegt von Westen kommend über deutsche Lande. Kein gewöhnlicher Orkan. Dieser Sturm war anders als alle Stürme je zuvor. Radikal veränderte er das Leben der Deutschen. Diese Veränderungen halten bis heute an.
Krieg auf deutschem Boden? Krieg in meinem Ort? Ja, doch doch, da war mal was. Gehört hab ich das schon mal, aber Genaues kann ich Ihnen auch nicht sagen. Ist ja so lange her. Solcherart Auskünfte auf Nachfragen zu bekommen ist beinahe normal geworden. Kopfschüttelnd stellt der Geschichtsinteressierte fest, daß die Varusschlacht, Wallensteins Kriegszüge im Dreißigjährigen Krieg oder Napoleons Feldzüge, um nur einige kämpferische Auseinandersetzungen in der Heimat zu erwähnen, gut erforscht und rekonstruierbar sind.
Dagegen sind Darstellungen eines Sujets aus einer nur siebzig Jahre zurückliegenden Zeit heute meist wenig überzeugend; sie sind milde gesagt, verwaschen und verwackelt. Die Spanne eines menschlichen Lebens reichte offensichtlich aus, um solch ein einschneidendes Ereignis wie das Hinweggehen einer wütigen Kriegsfurie über uralte Kulturlandschaften vergessen zu machen. Wer es genauer als gewisse History-Kanäle wissen möchte, den lade ich zur Auseinandersetzung mit Geschehnissen und Protagonisten in diesem so ereignisreichen Frühjahr des Jahres 1945 ein. Von Leid und Verlust, von Verletzten und Toten, Generälen und einfachen Landsern, zerbombten Städten, zerschossenen Eisenbahnen, schwer leidenden Menschen, die trotz allem das Zusammenleben organisieren konnten – davon erzählt dieses Buch. Genauigkeit und Präzision zum Thema lassen sich natürlich auch in Archiven finden. Dort, hinter meterdicken Aktenbergen und mit dem Staub der Jahrzehnte überzogen, lagern die Akten und Berichte der Kriegsmaschinerie von damals. Bis auf die allerletzten Kriegswochen ist mit deutscher und alliierter Gründlichkeit alles erfaßt worden, von der größten Panzerschlacht bis zum Verbrauch von Stempelfarbe. Mit militärischer Gründlichkeit wurde jeder Vorgang schriftlich niedergelegt. Es gibt die Kriegstagebücher, G-2-Journale und After Actions Reports und vieles andere mehr. Darin aber steckt kein Leben.
Wer wissen möchte, welche Auswirkungen die militärischen Entscheidungen hatten, sei es auf die kämpfenden Einheiten selbst oder die Zivilbevölkerung oder aber auf die deutschen Lande, der muß sich im Volk umhören. Muß vor allem auf dem Lande nachforschen, in den Dörfern, wo die Bevölkerung seßhafter ist als in den großen Städten. Dort, wo mündliche Überlieferungen noch tradiert werden. Wer jedoch Berichte von Kämpfern hören möchte, der kommt inzwischen zu spät. Glücklicherweise existieren dennoch hier und da Berichte der einstmals kämpfenden Soldaten. Trotzdem läßt sich vieles nun heute nicht mehr aufklären. Selbst die Berichte noch lebender Zeitzeugen sind mit größter Vorsicht zu behandeln, waren die heute 80-jährigen doch damals kleine Kinder. Deren Zeitzeugenschaft beschränkt sich zumeist auf Kindheitserinnerungen, vielfach wird vorwiegend das weitergegeben, was von den damals Erwachsenen erfahrbar war.
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