Villenstadt Blankenburg – Glanz und Geschichte

29,90

Villa Blankenburg – das ist der Ort, von dem in diesem Buch 42 der schönsten und interessantesten Villen vorgestellt werden. Denn die alte Residenzstadt der Welfenherzöge kann mit Glanz und Geschichte wie kaum eine andere Harzstadt aufwarten. Andreas Pawel als Dokumentarist und Clemens Bussert als Fotograf bündeln ihre Perspektiven. Hinter den erstmals opulent eingefangenen Fassaden der Blankenburger Villen verbirgt sich Familiengeschichte, Stadtgeschichte, Sittengeschichte aus 150 Jahren – ein Reigen aus Geschichten, und der Blankenburger Andreas Pawel kennt sie alle. Aber die Villen im Spannungsfeld von Gelungensein und Substanzverlust haben auch Eigensinn. Denn mit ihnen wird Mühe und Arbeit über Generationen weitergegeben. Am Ende sind es die Menschen, die in den Villen wohnen, die ihr Unverwechselbares ausmachen. So ist die Schönheit der Blankenburger Villen nur eine andere Perspektive für das Gefühl: Hier bin ich zu Hause.

  • Hardcover gebunden, 248 Seiten mit vielen großformatigen Fotografien
  • Versandkostenfreie Lieferung direkt vom Harzer Verlag Bussert & Stadeler
  • Autor und Fotograf aus dem Harz

Vorrätig

Beschreibung

Geleitwort zum Buch vom Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff

Wer unser Land und seine Geschichte verstehen will, kommt an der ehemaligen Residenzstadt Blankenburg im Harz nicht vorbei. Wenn dabei zugleich die höchst attraktiven Villen der Blütenstadt aus Jugendstil- und Gründerzeit und ihr Innenleben ins Zentrum der Wahrnehmung rücken, ist das Innehalten doppelt reizvoll.

Andreas Pawel als Autor und Clemens Bussert als Fotograf führen ihre Perspektiven zusammen. Hinter den erstmals faszinierend und opulent eingefangenen Fassaden der Blankenburger Villen und ihrem Interieur verbirgt sich ein reichhaltiges Panorama an Geschichten. Ob Familiengeschichte, Stadtgeschichte oder Jahrhundertgeschichte: Der Blankenburger Andreas Pawel kennt sie alle. Entstanden ist ein opulenter Bild- und Geschichtsband. Geschichte bekommt einen Ort. Wir begegnen bemerkenswerten Persönlichkeiten. Zu ihnen gehört ein weltbekannter Philosoph ebenso wie ein Seekriegsheld und Staatsarchivgründer, eine Tänzerin, ein Tunnelbauer und ein Musikaliensammler von europäischem Rang sowie Bürgermeister und Ministerpräsidenten. Wir treffen Investoren und Ideengebern für das Teufelsbad, einem Quell wirtschaftlichen Aufschwungs in der Stadt Blankenburg. Uns begegnen ein Dienstmädchen und ein Bäcker, der zu DDR-Zeiten das handwerkliche Wunder der Schwanentorte in seiner Villa vollbringt.

Das alles ist eingebettet in geschichtliche Dimensionen. Dieses Vermessen von Zeithorizonten kann unser kulturelles Erbe und Gedächtnis nachhaltig festigen. Dazu gehört die Pflege kultureller Artefakte wie der Blankenburger Villen. Sie zeugen von großartigen Leistungen und viel Mühen sowie von der Weitergabe überlieferter Fertigkeiten von Generation zu Generation. Etwas, woran man sich messen und wofür man dankbar sein kann. Die großformatigen Bilder der meist prachtvollen Villen wie zuweilen auch deren Substanzverlust und die sehr genau vom Fotografen gesehenen Details legen darüber ein beredtes und schönes Zeugnis ab.

Die disruptiven Brüche des 20. Jahrhunderts haben aber auch in Blankenburg ihre Spuren hinterlassen. Viele Villen zeugen davon. Sie erzählen aber auch von den Männern des Widerstands um Oberst Stauffenberg und den Ribbentropschen Rankünen bei Kriegsende. Sie erinnern an die Geschichte der nach Theresienstadt deportierten jüdischen Witwe und an die des NS-Stadtkommandanten, der den verheerenden amerikanischen Luftangriff auf die Stadt durch seine kompromisslose Haltung nachgerade provozierte. DDR-Geschichte wird in Gestalt des Erbauers der Rappbodetalsperre lebendig oder in den ungelösten Problemen des Wohnungsbaus. Darüber hinaus wird die friedliche Revolution mit all ihren Chancen und Möglichkeiten, auch den verpassten, im Hinblick auf den Umgang mit dem Villenerbe thematisiert.

Heute ist Blankenburg mit seinen beeindruckenden Baudenkmälern ein beliebtes Tourismusziel. In die Liste dieser Denkmäler gehören auch die Blankenburger Villen. Ich begrüße es auch aus diesem Grund sehr, dass dieses Buch nun vorliegt und wünsche ihm viele aufmerksame Leser.

Über den Autor und den Fotografen

Andreas Pawel ist der Sohn eines Lehrerehepaares. Er wuchs in Blankenburg am Harz auf. Von 1978 bis 1990 arbeitete er als Bergmann unter Tage auf den Schachtanlagen im Ostharz. Von 2001 bis 2008 war er Bürgermeister der Gemeinde Hüttenrode bei Blankenburg. Seit 1991 ist Andreas Pawel selbstständiger Unternehmer und Autor. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Stadt- und Montangeschichte. So führten umfangreiche Forschungsarbeiten seit 1980 zur Wiederentdeckung des Hüttenröder Bergbaureviers mit 1000-jähriger Geschichte. Zur Publikation der Forschungsergebnisse begründete er die Buchreihe der „Hüttenröder Edition“. Ab 2015 publizierte er darüber hinaus sechs Bücher zur jüngeren Geschichte der Region. 2020 konnte er die Aufnahme des Brauchtumfestes „Grasedanz“ in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturguterbes der UNESCO erreichen. Pawel ist seit 1982 verheiratet und hat zwei Kinder. Andreas Pawel durchstreifte schon als Jugendlicher seine Stadt; er unterhält sich gern mit der älteren Generation, vor allem mit den ältesten Einwohnern. Blankenburger Stadtgeschichte war und ist immer ein ergiebiges Thema, man muß nur gut zuhören können. Andreas Pawel hat das gemacht und kann nun die eingeheimste Ohrenbeute gehörig ausnutzen. Das nutzt der Autor und Dokumentarist im Interesse der Geschichtsschreibung seiner Heimatstadt.

Clemens Bussert ist in Quedlinburg am Harz aufgewachsen. Umgeben von Fachwerkbauten und Jugendstilvillen entwickelte er früh ein Gespür für Formen, Linien und Details. Dieses Interesse führte ihn 2012 nach Leipzig, wo er sein Film- und Fotografiestudium am internationalen SAE Institut in Leipzig absolvierte. Geradlinigkeit, Ebenenspiel, Wahrnehmungspsychologie – diese Bausteine formen seine Bildsprache und -ästhetik. Als Co-Gründer der Kreativagentur DieseDrei bringt er seitdem die Bilder zum Strahlen und die Technik zum Funktionieren. Wenngleich deutschlandweit arbeitend, gilt seine besondere Leidenschaft den heimischen Projekten im Harz. Hier kehrt er zurück zu seinen Wurzeln, erzählt Geschichten und konstruiert Stimmungen.

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